Ellipsen: Sabine Schründer bei LORIS

Eröffnung/ Opening: Sabine Schründer bei LORIS am Fr., 15.10.2010, 19 Uhr

Eröffnung | Opening
Freitag, 15. Oktober 2010, 19.00 Uhr
Ausstellung | Exhibition
16. Oktober bis 13. November 2010
Finissage | Closing
Freitag, 13. November 2010, 17.00 Uhr

Galerie für zeitgenössische Kunst
Gartenstraße 114 | D. 10115 Berlin

www.lorisberlin.de

Die Ausstellung findet statt im Rahmen des Europäischen Monats der Fotografie Berlin.
Infoline MdF: 030. 24 74 98 88
Ellipsen

Wir freuen uns, Sie zur dritten Einzelausstellung von Sabine Schründer in der Galerie Loris einladen zu dürfen. In ihrer jüngsten Werkgruppe „Ellipsen“ setzt Sabine Schründer ihren bereits in „intrude (into)” formulierten Arbeitsansatz der Konzentration elementarer Inhalte auf wenige, miteinander korrespondierende Einzelbilder fort. Digital manipulierte Fotografien, wie „Baum“, „Tower“ und „Treppe“, scheinen in stillgelegter Schwebe gehalten und wenden so die Idee von uns real umgebendem Raum ins Fiktive. In diesen neuen Arbeiten werden nicht mehr nur einzelne Bildteile „gelöscht“, sondern mittels der Montage und Replikation einzelner Bildelemente, in sich abgeschlossene neue Räume geschaffen.

Diese hermetisch verriegelte Welt, in die es zunächst keinen Einlass zu geben scheint, kombiniert die Künstlerin mit gefundenen Daten und einem Video, das eine nicht enden wollende Liste mit Namen zeigt. Jeder der Millionen von Namen, die in rasanter Geschwindigkeit über den Bildschirm flimmern, steht für eine real existierende Person, ihre Geschichte, schlussendlich auch für ihre gesellschaftliche Einbindung. Doch diese Ebenen von Subjekt und Identität bleiben unsichtbar. Bewusst werden keine Portraits gezeigt oder der Versuch unternommen, in die Tiefe der persönlichen Geschichten einzudringen. Stattdessen eröffnen die Kombinationen aus Bildern, Video und Quellcode Themenfelder wie Anonymisierung, Datenvermassung und das Verschwimmen von Isolation und Transparenz.

Zwischen den verschiedenen symbolischen Räumen, Orten und Verweisen werden die Ellipsen (die Aussparungen, das Fehlen inmitten von etwas) zur spekulativen Leerstelle. Die Lücken und Auslassungen innerhalb wie außerhalb der Bilder sind das Verbindende: Sie stehen sinnbildlich für ein gesellschaftliches System, in welchem die Grenzen zwischen Privatheit und Öffentlichkeit mehr und mehr verschwinden, die Kanäle immer unsichtbarer werden, die Plattformen vage, und sich der tradierte Begriff von Individuum und Person zunehmend auflöst.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

2 − eins =