Thomas Rusch

Hortus Florum #1, Papiopedilum niveum von Thomas Rusch

Thomas Rusch, 1962 in Freiburg im Breisgau geboren, hat sich künstlerisch mit Erotik beschäftigt seit er eine Kamera in der Hand hält. Sexualität ist eine wichtige Triebfeder seines Schaffens, kontinuierliches Thema seiner fotografischen Betrachtungen und ein fundamentaler Bezug, der sich durch seine Arbeiten der letzten drei Dekaden zieht. Die Bildwelten, die dabei entstehen, haben sich über die Jahre stark verändert – aber es geht ihm stets um die Erforschung unseres kulturellen Umgangs mit dem großen Thema. Es ist das Spiel mit Bedeutungsebenen, mit dem er immer wieder unsere Wahrnehmung hinterfragt. Mal ist es die zarte Oberfläche, die Explizites erzählt, mal thematisiert er Obsession und Fetischismus – und deckt die Intimität hinter dem Expliziten auf.

Die Arbeiten, die in den vergangenen Jahren in Berlin und Hamburg entstanden, nähern sich dem Thema Sexualität von einer anderen Seite: z.B. die Fotografien der Ausstellung „À Fleur de Peau“ (2014) zeigen Bildausschnitte von Haut. Bei den großformatigen Bildern der Serien „schwarz/weiss“ (2009-2015) und „Hortus Florum“ (2011-2015) steht die Zartheit und Empfindlichkeit unseres größten Sinnesorgans im Zentrum. Intimität liegt hier nicht in der expliziten Geste, sondern in der extremen Nähe, die sie vermitteln.

Thomas Rusch, born 1962 in Freiburg/Breisgau, Germany, has been particularly interested in the many facets of erotica since he took up photography when he was a teenager. The topic of sexuality being the prime impetus in his work, it also represents the main subject in his way of looking at the world through a lens – a basic influence shaping his work through the past decades. Although the imagery had been changing constantly over the years, in his photographic research Rusch always considered with the question of how we, as culturally formed beings, deal with this crucial topic. It is a play with ambiguity with which he aims at our perception: sometimes seemingly soft and smooth surfaces can convey all too explicit facts. At other times, Rusch’s work is concerned with obsessions and fetish and shows us the intimacy behind any extroversion.

The photographic work from his recent years in Berlin and Hamburg shows sexuality from another perspective: e.g. the pictures of the exhibition „À Fleur de Peau“ (2014) illuminate details of human skin. In the large-format series „scharz/weiss“ (2009-2015) and „Hortus Florum“ (2011-2015), the smoothness and sensitivity of our biggest sensory organ are focussed. Here, intimacy is not shown as mediated through explicit gestures, but by extremely close proximity.

un autre monde est possible                                                                                                                                                                                   thomasrusch.com

Fotografien