DTdF Festivalauftakt

Mark Cohen – Fotograf

ZEITGENÖSSISCHE FOTOGRAFIE IN AMERIKA – Mark Cohen  Werkstattgespräch von der Motivsuche bis zur Dunkelkammerarbeit – von der Wirklichkeit zur fotografischen Komposition.

Filmische Werkstattgespräche über eine Kunstform unserer Zeit. In filmischen Werkstattgesprächen werden wichtige Stilrichtungen der modernen Fotografie am Beispiel ihrer bedeutendsten Vertreter vorgestellt. Die Filmkamera dokumentiert ihre unterschiedlichen Arbeitsweise, zeigt ihre Techniken und beobachtet sie in den Strassen von New York und Los Angeles, in den Vorortsiedlungen und Naturlandschaften. Von der Motivsuche bis zur Dunkelkammerarbeit folgt der Film dem Wandel von der Wirklichkeit zur fotografischen Komposition.

OWNLOAD und DVD erhältlich unter http://www.michaelengler.de/film/down…

Dokumentierte Fotografen: Robert Frank, Duane Michals, Garry Winogrand, Lee Friedlander, Thomas Roma, Alfred Stieglitz, Harry Callahan, Lisette Model, Ralph Gibson, Mark Cohen, Joel Meyerowitz, Stephen Shore Sprache Deutsch – Farbe – PAL – 4:3 – 52 Minuten – Bundesrepublik 1982 © Michael Engler Filmproduktion

Reiselust und Müßiggang

Von Landschaften, Wegen und Abwegen der Freizeitkultur –
Zeitgenössische Fotografie im Dialog mit der Sammlung

Museum für Photographie Braunschweig

Boris Becker » Bisson Frères » Katharina Bosse » Käthe Buchler » Rebecca Hackemann » Erik Kessels » Andreas Meichsner » Jürgen Nefzger » Txema Salvans » Pascal Sébah » Charles R. Savage » Félix Teynard » Christa Zeißig » 

 www.photomuseum.de

20. Juli bis 29. September 2019 

Der Sommer und die Ferienzeit werden zum Anlass im Museum für Photographie eine Ausstellung zur Thematik des Reisens, des Urlaubs, der Freizeit und der ‘entschleunigten’ Landschafts- und Lebenserfahrung unter künstlerischen Gesichtspunkten zu zeigen.

Andreas Meichsner: Benidorm, aus der Serie "Costa Iberica", 2009, 80 × 100 cm FineArt-Pigmentprint © Andreas Meichsn

Hierbei werden zeitgenössische fotografische Arbeiten von internationalen KünstlerInnen im Dialog mit wichtigen Werken aus dem historischen Sammlungsbestand des Museums für Photographie seit dem 19. Jahrhundert vorgestellt. Mit Blick auf die Geschichte der Fotografie seit ihrer Entwicklung im 19. Jahrhundert und der parallelen Entwicklung der durch technischen Fortschritt erreichten Mobilität des Menschen, gehört die Reisefotografie zu einem ihrer wichtigen Themen. Waren es zunächst Aspekte wie die Naturwahrnehmung des Erhabenen und des kulturhistorisch Besonderen, die im Kontext von Reisen nur wenigen vorbehalten war, entwickelte sich im 20. Jahrhundert der Tourismus, der Reisen für viele Menschen ermöglichte. Ob mit dem eigenen Auto, dem Wohnwagen, Zug oder Flugzeug – Ausflüge, Freizeit in der Natur, Reise oder Strandleben gehören heute zu den allgemeinen Erfahrungen, wozu auch die soziale Absicherung von Urlaubstagen in der Arbeitswelt beigetragen hat.

Jürgen Nefzger: aus der Serie "Fluffy Clouds: Nogent-sur-Seine, Frankreich", 2003 C-Print, Aludibond, Courtesy Galerie Françoise Paviot, Paris © Jürgen Nefzger

Die künstlerische Fotografie widmet sich mit unterschiedlichen inhaltlichen Schwerpunkten der Thematik und schließt auch kritische Gesichtspunkte wie den Massentourismus oder die Veränderung der Landschaft durch den Eingriff des Menschen ein.

Besondere Veranstaltungen begleiten das Projekt. Hierzu zählen eine erneute Kooperation mit dem Herzog Anton Ulrich-Museum sowie ein Vortrag des bekannten Schauspielers, Autors und Fotografen Hanns Zischler, der sich am 28. September mit dem ersten Film von Jean-Luc Godard “Opération Béton” aus dem Jahr 1954 beschäftigt. Der Dokumentarfilm entstand an der berühmten Staumauer Grande Dixence in der Schweiz, an deren Bau Godard als Arbeiter selber mitwirkte. Auch die innerhalb der Ausstellung gezeigte großformatige Fotoarbeit “Lac de Dixence” von Boris Becker entstand 2003 hier.

Boris Becker: Lac de Dixence, 2003, C-print hinter Diasec, 140 x 235 cm Sammlung Museum für Photographie Braunschweig © Boris Becker VG Bild-Kunst 2019

Rahmenprogramm

Artist Talk
Samstag, 20. Juli, 15 Uhr
Ausstellungsführung mit dem Museumsteam und den KünstlerInnen Boris Becker, Katharina Bosse, Erik Kessels und Jürgen Nefzger

Jour fixe
Dienstag, 30. Juli, 18:30 Uhr
“Fotografische Grenzerfahrungen. Die innerdeutsche Grenze betrachten” Jour fixe zur Mitgliederausstellung mit Dr. Alexander Kraus, Institut für Zeitgeschichte und Stadtpräsentation, Wolfsburg. Anmeldung erbeten: info@photomuseum.de

Führung mit dem HAUM
Sonntag, 15. September, 11:30 Uhr
Reiselust und Müßiggang. Von arkadischen Landschaften und gelebter Freizeitkultur
Führung im Herzog Anton Ulrich-Museum & Museum für Photographie Braunschweig mit Dr. des. Sarah Babin, Abteilung Gemäldegalerie, Herzog Anton Ulrich-Museum und Franziska Habelt M.A., Museum für Photographie Braunschweig, Eintritt: 9€. Anmeldung: buchung.haum@3landesmuseenoder Tel. (0531) 12252424 (Mo-Fr 10-17 Uhr)

Vortrag 
Samstag, 28. September, 14-16 Uhr
“Begegnungen”. Sonderveranstaltung mit Hanns Zischler. Der Schauspieler, Autor und Fotograf spricht über “Opération Béton”, den ersten Film von Jean-Luc Godard (1954), der den Bau der Grande Dixence, Staumauer am Lac de Dix in der Schweiz, dokumentiert, welche innerhalb der Ausstellung im Bild von Boris Becker erscheint.
Veranstaltungsort: Universum Filmtheater Braunschweig, Anmeldung & Infos unter: info@photomuseum.de

Finissage
Sonntag, 29. September, 16 Uhr
Ausstellungsführung mit Anne Wriedt, wissenschaftliche Mitarbeiterin, Museum für Photographie Braunschweig, Andreas Meichsner und weiteren an der Ausstellung beteiligten KünstlerInnen

News – Frank Bayh & Steff Rosenberger-Ochs

Frank Bayh & Steff Rosenberger-Ochs fotografierten den “Paleo Chair”, ein neues ergonomisches gesundes Sitzmöbel, in Anwendung und Wohnbeispielen für ein junges Start-up Unternehmen.

Webseite

Ihre, bereits im vergangenen Jahr mit Urban Propaganda produzierte Kampagne für den Festzeltbetrieb Wasenwirt wurde zum Frühlingsfest um neue Motive erweitert.

Webseite

Und für die Kulturregion Stuttgart fotografierten sie in Kooperation mit Superultraplus ein haariges Key Visual für das diesjährige Projekt “Geschichten unter der Haube”.

Aktivitäten der DGPh zur Internationalen Photoszene Köln

Internationale Photoszene Köln

Aktivitäten der Deutschen Gesellschaft für Photographie (DGPh)

Aus der Serie "Tokyo Compression" © Michael Wolf

 

Christoph Bangert » Ute Mahler » Werner Mahler » Stephanie Sinclair » Michael Wolf » & others

Präsentation: 10 May – 11 May 2019

Fri 10 May 20:00

Kleinstadt 02 © Ute und Werner Mahler

Aktivitäten der Deutschen Gesellschaft für Photographie (DGPh) zur Internationalen Photoszene Köln

Photographer’s Night – Gala der Photographie
mit Ingo Taubhorn (Einführung in das Werk von Michael Wolf 1954-2019) und Ute und Werner Mahler
Freitag, 10. Mai 2019, 20 Uhr

“Streaming Pictures” Photoschulen stellen sich vor
“Identität und Gesellschaft” Christoph Bangert/Fotobus Society
Freitag, den 10. und Samstag, den 11. Mai 2019

Dr.-Erich-Salomon-Preis der DGPH Preisverleihung an Stephanie Sinclair Samstag, 11. Mai, 19 Uhr

Alle Veranstaltungen im Museum für Angewandte Kunst (MAKK) in Köln

Die “Photographer’s Night – Gala der Photographie” am 10. Mai zählt zu den Höhepunkten der Internationalen Photoszene Köln. Die 8. Gala mit dem Titel “Die Kunst der Dokumentarphotographie” ist die Gelegenheit für Photofreunde, auf renommierte nationale und internationale Photographinnen und Photographen zu treffen. Zu Gast sind der Photograph Michael Wolf aus Hong Kong und das Photographenpaar Ute und Werner Mahler aus Berlin. Sie sprechen an diesem Abend über ihre Arbeitsweise und zeigen aktuelle und ausgewählte Projekte. Die von Manfred Linke (DGPh) kuratierte und organisierte “Photographer’s Night – Gala der Photographie” findet am 10. Mai um 20 Uhr im Museum für Angewandte Kunst (MAKK) in Köln statt (Moderation: Angela Spizig). Beim anschließenden “Get together” können die Besucherinnen und Besucher die Eindrücke des Abends im persönlichen Gespräch vertiefen. www.photographersnight.de

Am Freitag, den 10. und Samstag den 11. Mai zeigt die DGPh zum zweiten Mal das Projekt “Streaming Pictures, Hochschulen stellen sich vor”. Im Rahmen einer Videoinstallation mit acht Beamern, werden im Museum für Angewandte Kunst Köln (MAKK) studentische Arbeiten ausgewählter Hochschulen projiziert. Damit bietet die DGPh den Hochschulen im Rahmen der Internationalen Photoszene 2019 wieder ein Forum, einer breiten Öffentlichkeit repräsentative Photos ihrer Studierenden vorzustellen. In einer dichten Auswahl bekommen photobegeisterte Besucherinnen und Besucher so erste Eindrücke über Bildsprachen, Schwerpunkte und Positionen der ausgewählten Photoschulen. Die Photos werden in einem Loop während der gesamten Öffnungszeit des Museums präsentiert – für alle Interessierten frei zugänglich.

 

Streaming Pictures, Projektionen im MAKK 2018 © Michael Ebert

Ebenfalls am 10. und 11. Mai präsentieren Photographie-Studierende der Fotobus Society und der international renommierte Photojournalist, Autor und Dozent Christoph Bangert in Zusammenarbeit mit der DGPh vor dem MAKK ihre Arbeiten zum Thema “Identität und Gesellschaft”. Die von Bangert initiierte “Fotobus Society” ist ein gemeinnütziger Verein, der seinen studentischen Mitgliedern die kostenlose Teilnahme an Exkursionen, Forschungsreisen, Workshops und Ausstellungen ermöglicht. Neben der Förderung junger photographischer Talente ist es das Ziel der “Fotobus Society”, einen Beitrag zur europäischen Völkerverständigung, Friedensarbeit, politischen Bildung sowie dem internationalen kulturellen und akademischen Austausch zu leisten.

Fotobus Society, Exkursion nach Arles 2018 © Christoph Bangert

Die DGPh rundet ihre Aktivitäten am 11. Mai mit der Verleihung ihres Dr.-Erich-Salomon-Preises an die US-amerikanische Bildjournalistin Stephanie Sinclair ab. Sinclair visualisiert bewegend das weltweite Leid von Mädchen und jungen Frauen, die Opfer von Gewalt geworden sind. Die DGPh ehrt damit die Arbeiten einer Photojournalistin, die in der Tradition der humanistischen Photographie seit langem eine herausragende Position besitzen. Der seit 1971 alljährlich für “vorbildliche Anwendung der Photographie in der Publizistik” vergebene Preis erinnert an Dr. Erich Salomon, den großen Photographen der Weimarer Republik, dem der moderne Bildjournalismus starke Anregungen verdankt und ist mit einer von der Leica Camera AG gestifteten, hochwertigen Kamera verbunden.

Diesjähriges Kernprogramm des Photoszene-Festival sind die sechs Ausstellungen der “Artist Meets Archive” Künstlerinnen und Künstler Erik KesselsOla KolehmainenRonit PoratFiona TanRoselyne Titaud und Antje Van Wichelen im Museum Ludwig, im MAKK, im Kölnischen Stadtmuseum, in der Photographischen Sammlung/SK Stiftung Kultur, im Rautenstrauch-Joest-Museum und dem Rheinischen Bildarchiv zu Gast bei Kaune Contemporary sein. Über 65 weitere Ausstellungen zur Photographie werden parallel in Köln gezeigt – von weiteren Institutionen wie dem Käthe Kollwitz Museum Köln, dem Forum für Fotografie, der Japan Foundation über eine große Anzahl renommierter Galerien bis hin zu Kunsträumen und Ateliers. Köln bietet nur sieben Monate nach dem letzten Festival erneut ein spannendes und abwechslungsreiches Programm. Ein Großteil der Ausstellungen ist über den Festivalzeitraum hinaus zu sehen.

Weitere Informationen zur DGPh: www.dgph.de

DEUTSCHE GESELLSCHAFT FÜR PHOTOGRAPHIE (DGPH)

Rheingasse 8-12
50676 Köln

+49 (0)221-9232069

dgph@dgph.de
www.dgph.de

Gallery Weekend Berlin 2019

Am Gallery Weekend Berlin 2019  45 offizielle Teilnehmer und viele weitere Galerien oder Museen zeigen ab Freitag, 26.4. (Eröffnungen 18 bis 21 Uhr) rund 100 Photographie Ausstellungen, u.a. Andreas Mühe’s Familienportraits im Hamburger Bahnhof.

Gerhard Vormwald – Zephyr Mannheim

Gerhard Vormwald, Affenhaus
GV_Autonomie_Kartoffel und Ei 1995 web.jpg
GV_London, UK 1973 web.jpg
GV_Lourdes, F 1976 web.jpg

ZEPHYR zu Gast in der Schatzkammer, Museum Zeughaus

Drei Jahre nach Gerhard VORMWALDs Tod ist es nun an der Zeit eine Neubewertung seines Werks vorzunehmen. Unsere Ausstellung stellt nicht den erfolgreichen Werbefotografen VORMWALD, sondern den ungewöhnlichen Künstler vor, der als akribischer Tüftler mit Freude Regeln und Naturgesetze in Frage stellte und jenseits des Mainstreams Erfolg hatte. Werfen wir einen Blick auf das Werk eines Künstlers, der in Mannheim groß wurde, bevor er die Welt visuell aus den Angeln hob. Seine surrealen Bilderfindungen ließen die Betrachter im Kunstkontext wie in der Werbung staunen: Wie konnte das sein?

Auf den Punkt brachte es Reinold Misselbeck in „Photographie des 20. Jahrhunderts“: Vormwald machte sich einen Ruf als Pionier einer inszenierten Werbephotographie, die von surrealen Reizen inspiriert war. Der besondere Reiz der photographischen Umsetzung lag darin, dass physikalisch Unmögliches im Bild real aussah.

VORMWALD vereinte seine unbedingte Lust am Neuen mit höchsten technischen Standards an sich selbst. Vor allem aber bereitet es großes Vergnügen VORMWALDs Bilder anzusehen. Sie sind lebhaft, vielfältig und reich an Inhalt und formen ein eigenständiges Oeuvre, das in Deutschlands Fotografie tatsächlich einzigartig ist.

Zur Ausstellung erscheint das Buch Gerhard VORMWALD: Bilderfinder bei Hartmann Books. Während der Ausstellung Sonderpreis bei uns 28€, sonst 34€.

Ausstellungseröffnung

12.04.2019 um 19 Uhr im Florian-Waldeck-Saal, im Museum Zeughaus


Wegen Umbaumaßnamen im Museum Bassermannhaus findet die Ausstellung Gerhard VORMWALD in der Schatzkammer des Museum Zeughaus, C5, 68159 Mannheim, statt.

zephyr-mannheim.com/gerhard-vormwald

Zephyr – Raum für Fotografie

smart as photography – be an artist today!
Smartphone – Fotografie – Kunst
03.02. – 03.03.2019

Eröffnung: 02. Februar 2019, 19 Uhr
Tagung: 28.02 – 02.03. 2019
Dialogue 4, 2017 © David Campany und Anastasia Samoylova
Liebe Freunde der Fotografie!Kein anderes Medium beeinflusst unser Alltagsleben so stark wie das Smartphone. Mit ihm planen wir unseren Tagesablauf, pflegen Kontakte und können uns ständig informieren. Auch in der Kunst ist das Smartphone omnipräsent.„smart as photography – be an artist today!“ blickt als Ausstellung und Tagung auf den Künstler als Smartphone-User und deren vielfältige Möglichkeiten, die von zufälliger Aneignung der Fotografie zu quantitativer Analyse, von Kommunikationsdynamiken über schlichte Schönheit bis zur Aufklärung von Kriegsverbrechen reichen.

Alle ausstellenden Künstler*innen werden auf der gleichnamigen Tagung referieren. Projektpartner für beide Teile sind ZEPHYR – Raum für Fotografie, die Biennale für aktuelle Fotografie und das Kulturamt der Stadt Mannheim.

Merc © Alistair Taylor-Young
Die ständige Verfügbarkeit der Kamera und die Erweiterung des Sender- und Empfängerkreises durch die sozialen Medien prägt Künstler wie Anastasia Samoylova und David Campany. Auf ihrem Instagram-Account #dialogue_aandd kommunizieren sie ausschließlich über Bilder. Ihr visueller Dialog ist bildgewaltig, experimentell, privat und öffentlich zugleich. Katrin Koenning nutzt die Kamera um flüchtige und traumverlorene Momente einzufangen. In ihrer poetischen Schwarzweiß-Arbeit reizt sie das Spiel von Licht und Schatten in ihrer unmittelbaren Umgebung. Diese universelle Wahrnehmung von Vergänglichkeit hat sie mit Dieter M. Gräf gemein, der mit dem Smartphone sein verwaistes Elternhaus in Ludwigshafen dokumentierte. Ebenfalls sehr poetisch, doch eher abstrakt muten die Fotos von Douglas Busch an, der den Strand als Grenze von Meer und Land erkundete.
Aus der Serie „Die große Chance“ © Dieter M. Gräf
Neben den Künstlern, die mit dem Smartphone originäre Bilder aufnehmen, widmet sich die Ausstellung Künstlern, die sich bereits existierende Fotos aneignen und daraus neue Kunstwerke schaffen. Joachim Schmid analysiert den Selfie-Wahn vor dem berühmtesten Bild der Welt, der Mona Lisa im Louvre. In der Frühphase des iPhone entdeckte Alistair Taylor-Young eine Analogie zwischen den technischen Möglichkeiten des Smartphones und denen der Anfänge der Fotografie. So begann er die Geburt eines Mediums reflexiv zu begleiten.
Längst sind Bilder von Smartphones eine Hauptquelle für die tradierten Medien, besonders wenn es um Konflikte, Aufstände und Kämpfe in Krisengebieten geht. Simon Menner untersucht in seiner Arbeit die Ikonografien und Verbreitungsmethoden von Bildern des Todes. Er fragt wie Terror produziert und wie er medial konsumiert wird. Gewalt und kriegerische Handlungen stehen auch bei Forensic Architecture im Fokus. In ihren Arbeiten bildet die Künstlergruppe reale Begebenheiten räumlich und zeitlich nach, wie beispielsweise die Bombardierung eines Treffens von angeblichen Terroristen in Syrien.
Um die enorme, künstlerische Vielfalt der Smartphone-Fotografie zu skizzieren, lud Rosa Roth die Instagram Community ein, ihre besten Bilder einzusenden und mit den Besuchern der Ausstellung zu teilen.Teilnehmende Künstler*innen:
Douglas Busch, David Campany, Forensic Architecture, Dieter M. Gräf, Katrin Koenning, Simon Menner, Rosa Roth, Anastasia Samoylova, Joachim Schmid und Alistair Taylor-Young.
3-D-Modell einer Moschee von Forensic Architecture, kombiniert mit einem Foto des Gebäudes, nachdem der nördliche Teil von zwei Bomben zerstört wurde, 2017
© Forensic Architecture
TAGUNG28. Februar bis 2. März 2019
Florian Waldeck-Saal, Museum Zeughaus C5, 68159 Mannheim
Tagungssprachen sind Englisch und Deutsch.Die Teilnahme an der Tagung ist kostenfrei.
Anmeldung bitte unter: smart@zephyr-mannheim.com oder 0621 / 293 9264Referent*innen:
Cord Arendes, Douglas Busch, David Campany, Dieter M. Gräf, Katrin Koenning, Simon Menner, Ina Neddermeyer, Rosa Roth, Anastasia Samoylova, Thomas Schirmböck, Joachim Schmid, Nathan Su (Forensic Architecture) und Alistair Taylor-Young.Weitere Informationen zur Ausstellung und das Tagungsprogramm finden Sie auf unserer Webseite:
www.zephyr-mannheim.com
INDIVIDUELLE FÜHRUNGEN

können Sie unter Tel. (0621) 293 3771 oder buchungen.rem@mannheim.de buchen.

Projektpartner:

 

20 years of Art Collection Deutsche Börse

20 years of Art Collection Deutsche Börse

We love Photography!
1. Februar bis 24. Mai 2019 in The Cube, Deutsche Börse, in Eschborn bei FrankfurtChanging views – 20 Years of Art Collection Deutsche Börse
3. Mai bis 7. Juli 2019 im Fotografiemuseum Amsterdam Foam

Deutsche Börse Photography Foundation Prize 2019
14. Juni bis 23. August in The Cube in Eschborn

 

 

 

 

 

20 years of Art Collection Deutsche Börse

 

 

 

 

 

Deutsche Börse Photography Foundation

 

Deutsche Börse Photography Foundation

Mergenthalerallee 61
65760 Eschborn

deutscheboersephotographyfoundation.org/

by app. only

20 years of Art Collection Deutsche Börse
Ausstellungsfläche The Cube, Eschborn © Simon Vogel

Die Deutsche Börse Photography Foundation feiert 2019 das 20-jährige Jubiläum der Art Collection Deutsche Börse. Dieses wird mit einer Reihe besonderer Veranstaltungen und Projekte sowie einem internationalen Ausstellungsprogramm gewürdigt. Die Art Collection Deutsche Börse gilt als eine der bedeutendsten Sammlungen zeitgenössischer Fotografie und umfasst heute über 1.800 Werke von 126 internationalen Künstlern. Das Jubiläumsjahr 2019 steht unter dem Motto „From another perspective“. Hierfür werden Ausstellungen an verschiedenen Orten und mit unterschiedlichen Partnern entwickelt, darunter der britische Künstler Martin Parr und das Foam Fotografiemuseum Amsterdam. Ihre Auswahl an Werken aus der Sammlung gibt einen vielfältigen, immer wieder wechselnden Einblick in die wichtigsten künstlerischen Positionen der Art Collection Deutsche Börse.

„Es ist uns in den letzten 20 Jahren gelungen, mit der Art Collection eine Sammlung zeitgenössischer Fotografie von musealer Qualität aufzubauen. Wir haben das Jubiläum zum Anlass genommen, Experten von außen einzuladen, damit sie mit uns ihren Blick auf die Sammlung teilen. Wir freuen uns auf ein abwechslungsreiches Ausstellungsprogramm in diesem besonderen Jahr“, sagt Anne-Marie Beckmann, Direktorin der Deutsche Börse Photography Foundation.

20 years of Art Collection Deutsche Börse
Evelyn Hofer, Phoenix Park on a Sunday, Dublin, 1966 © The Estate of Evelyn Hofer

Den Auftakt des Jubiläumsprogramms bildet die von Martin Parr kuratierte Ausstellung „We love Photography!“. Gezeigt wird seine Auswahl von rund 130 Arbeiten von 56 Künstlern aus der Art Collection Deutsche Börse. Die Ausstellung zeigt Größen der Fotografiegeschichte wie Walker Evans oder Diane Arbus ebenso wie bedeutende Positionen der Dokumentar-Fotografie wie Bruce Davidson, Philip Jones Griffiths oder Susan Meiselas, aber auch jüngere Künstler wie Mike Brodie, Beate Gütschow oder Geert Goiris. „We love photography!“ ist von 1. Februar bis 24. Mai 2019 in The Cube, der Unternehmenszentrale der Deutschen Börse, in Eschborn bei Frankfurt zu sehen.

Eine weitere Ausstellung „Changing views – 20 Years of Art Collection Deutsche Börse” im Fotografiemuseum Amsterdam Foam von 3. Mai bis 7. Juli 2019 präsentiert eine umfangreiche Auswahl an Werken der Art Collection Deutsche Börse, die Positionen zu den zentralen Themen der Sammlung erfasst. Im Sommer 2019 präsentiert die Deutsche Börse Photography Foundation dann die Ausstellung zum „Deutsche Börse Photography Foundation Prize 2019“, eine der renommiertesten Auszeichnungen für zeitgenössische Fotografie. Sie wird von der Foundation gemeinsam mit der Photographers‘ Gallery in London jährlich vergeben. Die Arbeiten der vier diesjährigen Finalisten Laia Abril, Susan Meiselas, Arwed Messmer und Mark Ruwedel sind nach ihrer Ausstellung in der Photographers‘ Gallery in London vom 14. Juni bis 23. August in The Cube in Eschborn zu sehen.

Zur Art Collection Deutsche Börse sind unter dem Namen „XL Photography“ mittlerweile fünf großformatige Fotobücher erschienen. Im Frühjahr 2019 veröffentlicht die Photography Foundation gemeinsam mit dem Kehrer Verlag den sechsten Band „XL Photography 6“. Er präsentiert alle Neuerwerbungen der Sammlung seit Erscheinen des letzten Bandes im Sommer 2015.

Die Ausstellungen in The Cube, dem Unternehmenssitz der Deutschen Börse, können im Rahmen von Führungen nach vorheriger Anmeldung kostenfrei besichtigt werden. Termine für öffentliche Führungen und aktuelle Ausstellungen finden Sie unter: www.deutscheboersephotographyfoundation.org/de/ausstellen/..
Weitere Termine für Gruppen sind nach Absprache möglich.

20 years of Art Collection Deutsche Börse
Jörg Sasse, 5671, 1996 © courtesy of the artist
20 years of Art Collection Deutsche Börse
Guy Tillim, Athénée Royal High School, Lubumbashi, DR Congo, 2007, from “Avenue Patrice Lumumba” © courtesy of the artist
20 years of Art Collection Deutsche Börse
Thomas Struth, The Consolandi Family I, Mailand 1996 © courtesy of the artist
20 years of Art Collection Deutsche Börse
Barbara Klemm, Leonid Breshnev, Willy Brandt, Bonn, 1973 © courtesy of the artist
20 years of Art Collection Deutsche Börse
Weronika Gęsicka, Untitled, aus der Serie „Traces“, 2015 © courtesy of the artist
20 years of Art Collection Deutsche Börse
Paul Almasy, Man placarding, Paris 1952 © courtesy of the artist

Kehrere Verlag _ Neuerscheinungen

Spannende Ausblicke ins neue Jahr!

Wir hoffen, auch Sie hatten einen gelungenen Start ins neue Jahr und freuen sich schon auf die ersten Neuerscheinungen.Für alle, die den letzten Newsletter mit der Frühjahrsvorschau 2019 verpasst haben, steht diese hier noch einmal zum Download bereit.
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BEAT SCHWEIZER | MIKHAILOVNA CALLED

Immer wieder fährt Beat Schweizer in den äußersten Norden Russlands. Wie lebt es sich in den polarnahsten Städten und Siedlungen dieser Welt? Und was hält die Menschen trotz scheinbar widriger Bedingungen dort? Beat Schweizers dreiteilige Werkserie gibt überraschende Antworten darauf. Sie erzählt von extremen Lebensbedingungen, aber auch von der Schönheit der Normalität und der Sehnsucht nach Freiheit. mehr lesen

Broschur mit amerikanischem Schutzumschlag | 24 x 28 cm | 184 Seiten | 94 Farbabb. | Deutsch / Englisch / Russisch | ISBN 978-3-86828-900-8 | Euro 39,90

Ausstellung

Mikhailovna Called | Galerie Focale | Nyon | Schweiz | 17. März – 5. Mai 2019

NINA RÖDER | BATH IN BRILLIANT GREEN

In melancholischer Bildsprache zeigt Nina Röders Serie eine poetische Perspektive auf unterschiedliche Formen von Ohnmacht und Verlust. In assoziativen Arrangements von Porträts, Landschaften und Stillleben nähert sie sich Zuständen des Verlierens und Wiederfindens sowie der Metapher des Loslassens. mehr lesen

Festeinband | 28,5 x 21 cm | 144 Seiten | 82 Farbabb. | Deutsch, Englisch | ISBN 978-3-86828-890-2 |

Euro 39,90

Ausstellung

Bauhaus Frauen – Professorinnen und Absolventinnen der Bauhaus-Universität Weimar | Kunsthalle Erfurt | 19. April – 14. Juli 2019

SHERON RUPP | TAKEN FROM MEMORY

Taken From Memory ist das Ergebnis eines 25 Jahre währenden Langzeitprojekts der amerikanischen Fotografin Sheron Rupp. Auf der Suche nach ihren biografischen Wurzeln fotografierte Rupp das ländliche Amerika und bietet einen einzigartigen Einblick in den Kleinstädten fernab der Metropolen an Ost- und Westküste. mehr lesen

Festeinband | 30,5 x 28 cm | 108 Seiten | 75 Farb- und 2 S/W-Abb. | Englisch | ISBN 978-3-86828-892-6 | Euro 39,90

JOSHUA DUDLEY GREER | SOMEWHERE ALONG THE LINE

Die Landschaft Amerikas wird von fast 4.000.000 Meilen Straße durchzogen, die von der Stadt in die Wildnis und durch alles, was dazwischen liegt, führen. Vor allem das Interstate Highway System hat die Art und Weise, wie wir die umliegende Landschaft erleben, nachhaltig verändert. Greers Fotografien wurden über mehrere Jahre hinweg und auf einer Vielzahl von Roadtrips durch die Vereinigten Staaten aufgenommen. mehr lesen

Festeinband | 34 x 27 cm | 144 Seiten | 62 Farbabb. | Englisch | ISBN 978-3-86828-894-0 | Euro 49,90

AKTUELLE AUSSTELLUNGEN
Alain Laboile: bis 09.02. 2019, 29 Arts in Progress Gallery, MailandNewsha Tavakolian: bis 17. 02. 2019, La Filature, Scène nationale, MulhouseMila Teshaieva: bis 28.02.2019, MIT Museum, Boston

Ernst Ludwig Kirchner: bis 03.03.2019, Bundeskunsthalle Bonn, Bonn

Otto Mueller: bis 03.03.2019, Hamburger Bahnhof, Berlin

Charles Fréger: bis 24.10.2019, Cité de l’image, Clervaux, Luxemburg

Oskar Kokoschka: bis 10.03.2019, Kunsthaus Zürich

Hans Danuser: bis 28.04. 2019, Kirchner Museum, Davos

Gregor Sailer: 17.01. – 08.03. 2019, Freelens Galerie, Hamburg

Ruth Stoltenberg: 17.01. – 24.03.2019, Haus am Kleistpark, Berlin

Jessica Backhaus: 19.01. – 09.03.2019, Galerie Anja Knoess, Köln

Ute & Werner Mahler: 19.01. – 16.03.2019, Galerie Robert Morat, Berlin

Nicholas Nixon: 19.01. – 31.03.2019, Fondation A Stichting, Brüssel

Ruth Stoltenberg: 24.01. – 17.03.2019, Galerie im Tempelhof Museum, Berlin

 

Darmstädter Tage der Fotografie

Jubiläum:

10. Darmstädter Tage der Fotografie vom 20. bis 22. April 2018
• Thema: Perspektiven – Strategien fotografischen Handelns
• Bewerbungsfrist für Merck-Preis endet am 10. November 2017
Darmstadt. Die Freunde der zeitgenössischen Fotografie dürfen sich freuen: Vom 20. bis zum 22.
April kommenden Jahres wird Darmstadt wieder für 3 Tage zum Mekka für die Freunde der
internationalen Fotokunst. Was vor 13 Jahren mit der Idee von 4 Darmstädter Fotografinnen und
Fotografen begann, zählt als Darmstädter Tage der Fotografie (DTDF) längst zu den Highlights unter
den deutschen Fotofestivals. Nun feiern die Ausstellungsmacher mit der 10. Auflage bereits das erste
runde Jubiläum.

Thema: Perspektiven – Strategien fotografischen Handelns
Die Jubiläumsausgabe widmet sich dem Thema „Perspektiven – Strategien fotografischen Handelns“.
Dabei wollen die Initiatoren das Fotografische in der Fotografie in den Mittelpunkt stellen. Es wird um
Bilder gehen, die die ursprüngliche Kraft der Fotografie bewusst machen und auf zeitgenössische Art
weiterentwickeln.

Merck-Preis der Darmstädter Tage der Fotografie erneut mit 10.000 Euro dotiert
Ein Höhepunkt des Fotofestivals bleibt die Verleihung des Merck-Preises der Darmstädter Tage der
Fotografie. Der Preis ist mit insgesamt 10.000 Euro dotiert und wird von dem Darmstädter
Wissenschafts- und Technologieunternehmen Merck gestiftet. Er wird bereits zum 7. Mal vergeben.
Zur Bewerbung um den Merck-Preis können Arbeiten oder Serien zum Jahresthema eingesendet
werden. Im Dezember wird die Jury etwa 30 Einreichungen auswählen, die während der Fototage-
Ausstellungen gezeigt werden. Aus diesen werden 3 Arbeiten für den 7. Merck-Preis nominiert. Erst
am Tag der Preisverleihung legt die Jury fest, wer den Hauptpreis von 7.000 Euro erhält. Die beiden
weiteren Nominierten erhalten je 1.500 Euro.

Die Jury setzt sich zusammen aus den vier Initiatoren der Darmstädter Tage der Fotografie. Das sind
Alexandra Lechner, Albrecht Haag, Gregor Schuster und Rüdiger Dunker. Weiterhin zählen Ute Noll
(on-photography.com) und Prof. Kris Scholz (h_da Darmstadt) zur Jury.

Die kompletten Ausschreibungsunterlagen können auf der Website www.dtdf.de unter Bewerbung
heruntergeladen oder über info@dtdf.de angefordert werden. Die Bewerbungsfrist endet am 10.
November 2017 (Posteingang).

Haus der Photographie der Deichtorhallen

ANDREAS MÜHE −
PATHOS ALS DISTANZ

19. MAI − 20. AUGUST 2017 IM HAUS DER PHOTOGRAPHIE


Mit Andreas Mühe (*1979 Karl-Marx-Stadt) stellt das Haus der Photographie der Deichtorhallen vom 19. Mai bis 20. August 2017 erstmals das junge, vielversprechende Œuvre des deutschen Fotografen vor, dessen ästhetische Wahrnehmung von der Welt des Theaters, der Inszenierung und der Verwandlung geprägt ist.

Die in enger Zusammenarbeit zwischen Andreas Mühe und Ingo Taubhorn, Kurator des Hauses der Photographie, inszenierte Ausstellung »Pathos als Distanz« unternimmt den Versuch eines Deutschlandbildes aus den Augen des Künstlers. Arbeiten aus allen Werkkomplexen Andreas Mühes finden im vom »Großen Festsaal« des Hamburger Rathauses inspirierten Hauptraum der Ausstellung im Zentrum des Hauses der Photographie in einer einzigartigen Inszenierung zusammen. Wie selbstverständlich werden Bezüge unter den Bildern aus bekannten Werkzyklen wie »Neue Romantik«, »Obersalzberg« oder »A.M.« aber auch bisher unveröffentlichte Arbeiten aus »Wald« oder »Jagd« sichtbar. Drei gesonderte Kabinette stellen in intimeren Rahmen Arbeiten aus drei Werkkomplexen vor, die als geschlossene Serien gezeigt werden, darunter »Haltung«.

Seine Werke beschäftigen sich mit Stimmungsklischees der Deutschen, Überhöhungen, Inszenierungen und Brechungen des Machtvollen. Jenseits von Heldenposen entsteht dabei bildnerisch geheimnisvolle Präsenz, so etwa in den Fotografien des Arbeitszimmers von Konrad Adenauer, den Häusern der DDR-Oberen in Wandlitz, dem italienischen Botschafter in seiner Vertretung oder den akribisch choreografierten Portraits von Künstlern und Politikern.

monopol-magazin

Instagram und die Neue Übersichtlichkeit

Was ist bloß aus der Fotografie geworden?

Auf Instagram ist alles auf die maximale Subjektivität hin ausgerichtet: mein Essen, meine Füße, mein Kaffee, meine Wohnung. Was bedeutet das für die Entwicklung der Fotografie?

Was ist bloß aus der Fotografie geworden? Das könnte man sich fragen, wenn man durch die Ausstellung “Fotografien werden Bilder. Die Becher-Klasse” im Frankfurter Städel Museum läuft. Dort hängen auf zwei Stockwerke verteilt die Arbeiten der Struffkys, von Candida Höfer, Jörg Sasse, Axel Hütte, Tata Ronkholz und Petra Wunderlich, der ersten Studentengeneration der so genannten Becher-Klasse also. Ihre Lehrer Bernd und Hilla Becher fehlen natürlich nicht (ausführliche Review der Ausstellung in der Juni-Ausgabe von Monopol).

Als die Bechers fotografisch tätig wurden, verstanden sie sich selbst als Denkmalpfleger mit Kamera, nicht als Künstler. Sie wollten fotografisch festhalten, was irgendwann einmal verschwunden sein werden würde. Fördertürme und Hochanlagen, Wassertürme und Gasbehälter, die stillgelegte und vom Abriss bedrohte Industriearchitektur. Die Bechers suchten kühle Objektivität, subjektives Eingreifen war untersagt, die Fotografie war für sie ein Aufzeichnungsmittel – gemeinsam arbeiteten sie sich an einer enzyklopädischen Bestandsaufnahme von Industriebauten mit ihren Kameras ab.

In Ausstellungen erkennt man die Arbeiten von Bernd und Hilla Becher meist schon von Weitem. Ihre Fotografien sind in Tableaus von 6-24 angeordnet. Mit ihren Typologien betonen sie den seriellen Charakter des Mediums Fotografie und fordern den Betrachter zu einem vergleichenden Sehen heraus. Keine Meisterwerke mehr, könnte man sagen, zumindest für einen Augenblick. Bei den Bechers musste sich das Einzelwerk in eine Gruppe einfügen. Digital Natives, die noch nie von Bernd und Hilla Becher und ihren Typologien gehört haben, sind vielleicht wahnsinnig entzückt darüber, dass im Museum endlich einmal etwas aussieht wie ein gut kuratierter Tumblr oder Instagram. Und jetzt muss man sich wirklich fragen, was ist bloß aus der Fotografie geworden?

Als die Bechers anfingen zu fotografieren, waren sie meist im Siegerland unterwegs, wo Bernd Becher herkam. Das ersparte ihnen weite Anfahrtswege. Neben Fördertürmen und Aufbereitungsanlagen der umliegenden Erzbergwerke fotografierten sie auch Fachwerkhäuser. Das Städel hat vor einiger Zeit auf seinem Instagram-Account nacheinander neun dieser Fachwerkhäuser geteilt. Im besten Fall hätte das dann zumindest ein ganz kleines bisschen ausgesehen, wie von Bernd und Hilla Becher intendiert. Nur ist das Format in der – wenn man einmal dieses Wort bemühen darf – Galerieansicht von Instagram das Quadrat. Die Fotos werden also oben und unten beschnitten und sehen folglich gar nicht mehr so aus, wie sie sollten. Vielleicht würden die Bechers bei solch einem Anblick die Hände über dem Kopf zusammenschlagen und schreiend aus dem Raum rennen, man weiß es nicht.

Fotografien werden bierdeckelgroße Bilder, so der Künstler Wolfgang Tillmansgerade über Fotos, die mit dem Smartphone gemacht wurden. Auf Instagram sind es sogar nur daumennagelkleine Bildchen. Schon allein das kleine Format sorgt dafür, dass die Bilder übersichtlich komponiert sein müssen, damit deren Inhalt beim schnellen Scrollen durch den Feed auf Instagram erfasst werden kann. The big printlarger than life, damit machte die Becher-Schule von sich reden. Eine Arbeit wie Gurskys “Montparnasse”, die aktuell im ersten Stock im Städel Museum an einer Wand hängt, würde mit ihrem Überwältigungseffekt und ihrer Kleinteiligkeit nicht funktionieren. Niklas Maak nannte das Werk wegen seiner Größe von 4,20 Metern in der Breite und knapp 2 Metern in der Höhe “das Hochhaus unter den Fotografien”.

Kommt nach der Neuen Sachlichkeit, dem Neuen Sehen oder beispielsweise der New Color Photography jetzt die Neue Übersichtlichkeit? Nicht nur die Bilder sind übersichtlich, sondern auch die Sujets. Der Blick der Bechers und ihrer Schüler musste maximal objektiv sein, ihre Arbeiten sind präzise, scharf und objektiv in der Wiedergabe des Motivs. Sie idealisierten nicht, ihnen ging es um die reine Beschreibung. Auf Instagram ist alles auf die maximale Subjektivität hin ausgerichtet. Mein Essen, meine Füße, mein Kaffee, meine Wohnung. Und alles bitte möglichst moody und kitschig für den Seufz-Effekt.

Mutet es da nicht ein bisschen wie Ironie an, dass auf Instagram dennoch teilweise zum Erfolg verhilft, was auch bei den Bechers und ihrer Schüler funktionierte und sie auf dem Kunstmarkt zu einer Marke machte? Die unbedingte Konzentration auf ein Thema, wie beispielsweise bei Candida Höfer die Konzentration auf Innenräume. Was etwa auf Instagram läuft: Wenn man nur Gässchen in den Altstädten dieser Welt fotografiert. Die Betonung des Seriellen, wie bei den Bechers. Das Einzelfoto muss auf Instagram sitzen, wie auch jedes weitere Foto, denn irgendwie sieht man zwar Einzelfotos, die aber wiederum fließen hinein in einen Strom von Bildern. Und wer braucht da noch den Kunstmarkt, wenn man sich mit dem Tableau des eigenen Lebens als Content Creator oder Visual Storyteller, kurz als Marketinggaul, vor den Karren großer Unternehmen spannen lassen kann?

http://www.monopol-magazin.de/was-ist-bloss-aus-der-fotografie-geworden

PETER LINDBERGH – Kunsthalle München

PETER LINDBERGH
FROM FASHION TO REALITY
13. APRIL – 27. AUGUST 2017

Peter Lindbergh ist einer der einflussreichsten Modefotografen der letzten vierzig Jahre. Neben seinen ikonischen Fotografien, mit denen Lindbergh das Supermodel-Phänomen der 1990er-Jahre begründete, präsentiert diese multimediale Schau mit rund 220 Objektenauch Filme sowie exklusives, bisher ungezeigtes Material wie Storyboards, Requisiten, Polaroids und Kontakt-Abzüge. Die Ausstellung wird von Thierry-Maxime Loriot kuratiert, der in der Kunsthalle München bereits die Mode von Jean Paul Gaultier in Szene setzte.

Mehr auf Arte: Menschliche Realität statt Retusche

http://info.arte.tv/de/menschliche-realitaet-statt-retusche