Miroslav Tichýs Frauen _ ZEPHRY

MIROSLAV TICHÝ

DIE STADT DER FRAUEN
24.2. – 26.5.2013 

In der analytischen Ausstellung Miroslav Tichý: Die Stadt der Frauen widmet sich Zephyr noch bis zum 26. Mai in bislang überwiegend ungezeigten Aufnahmen dem ästhetischen Phänomen Tichý.

Miroslav Tichýs Frauen sind schön, egal wie alt sie sind und wie viel sie wiegen. Jeden Tag 100 Fotos wollte er machen, Fotos der Frauen in seinem Heimatort Kyjov in Tschechien. Die Arbeiterinnen und Mütter, Sportlerinnen und Badenden tauchte Tichý in zärtlich wirkende Unschärfe. Eine zufällige Ästhetik, denn er fotografierte meist heimlich und baute seine Kameras aus Konservendosen und Brillengläsern.

Tichýs Leben
Vom Studium an der Prager Akademie war Tichý nach der kommunistischen Machtübernahme in seine Heimatstadt Kyjov zurückgekehrt und verbrachte von da an seine Tage in der südmährischen Provinz. Er wohnte zeitlebens bei seinen Eltern, war mit den Künstlern und Oppositionellen des Ortes befreundet und entzog sich erfolgreich dem sozialistischen Ideal.

Die Fotografie
Nachdem er die Malerei aufgegeben hatte, begann er mit der Fotografie zu experimentieren und weithin unbeachtet und überwiegend heimlich ein ungeheures Werk zu schaffen: Von den späten 1960er bis in die 1990er Jahre hatte Miroslav Tichý (1926-2011) in der tschechischen Provinzstadt Kyjov Frauen jeden Alters und jeder Statur fotografiert: Viele Jahre machte er 100 Bilder am Tag, an sechs Tagen die Woche.

Später Ruhm
Erst 2004 erschien der Fotograf wie ein Komet mit seinem unerhörten Oeuvre am Kunsthimmel: Harald Szeemann hatte sein singuläres Werk auf der Biennale in Sevilla präsentiert und Tichý war mit einem Mal in aller Munde. Die Kunstwelt staunte, wie es sein konnte, dass ein derart moderner Fotograf in bitterer Armut, drangsaliert von den lokalen Autoritäten und trotz seelischer Probleme ein so beeindruckendes Oeuvre erstellen konnte und niemand davon wusste.

Fortan kümmerte sich eine Stiftung in Liechtenstein um sein Werk. Galeristen in aller Welt vertrieben seine Fotografien. Museumsausstellungen in Zürich, Paris, New York oder Moskau faszinierten die Medien. Doch trotz seines plötzlichen Ruhms beharrte Miroslav Tichý auf seinem zurückgezogenen und asketischen Leben in materieller Armut und versuchte sich bis zu seinem Tod der Inbesitznahme seitens der Kunstwelt zu verweigern.

Die Ausstellung
Die Ausstellung Die Stadt der Frauen feiert mit etwa 180 Werken von Privatsammlungen aus der Schweiz, aus Tschechien, Frankreich und Deutschland den visionären Künstler Miroslav Tichý.

Der Katalog
Der begleitende Katalog recherchiert erstmals unabhängig Tichýs Leben und Kunst anhand gesicherter Quellen und unabhängiger Zeitzeugen und untersucht die kunsthistorische Rezeption und ästhetische Strahlkraft des Phänomens Miroslav Tichý. So gelang es, sein Leben in relevanten Teilen neu zu erzählen. Hinter dem schwer fassbaren Mysterium Tichý erschien ein intelligenter, gebildeter und freiheitsliebender Künstler, der sich radikal gegen jede Vereinnahmung zu wehren versuchte.

Den Katalog, der beim Kehrer Verlag erschienen ist, können Sie jetzt über den Shop auf unserer Homepage bestellen.

Kommende Veranstaltungen:

Dienstag, 23.4.13 um 20 Uhr
Thomas Schirmböck
Miroslav Tichy: Eine Goldmine in Mähren

Mittwoch, 8.5.13 um 20 Uhr
Dr. Milan Chlumsky
Miroslav Tichy als als Maler und Zeichner

Dienstag, 14.5.13 um 20 Uhr

Dr. Thomas Röske, Dr. Milan Chlumsky, Thomas Schirmböck, Tomáš Zilvar
Wer war Miroslav Tichy?

Eintritt jeweils 3,00 €
Ort: Florian-Waldeck-Saal, C 5 Zeughaus

ÖFFENTLICHE FÜHRUNGEN
21. April, 16 Uhr / 05. Mai, 16 Uhr / 19. Mai, 16 Uhr / 26. Mai 14 Uhr

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

2 × 2 =