Anton Hofreiter und Luzia Simons – Ausstellung “Watching Flowers” in Berlin

Veröffentlicht am
Aquarell mit Blumen von Anton Hofreiter

Der Vorsitzende der Grünen, Anton Hofreiter, stellt seine Blumenbilder in Berlin aus. Zusammen mit der brasilianischen Fotografin Luzia Simons werden seine Aquarells neben den Blumenstilleben von Simons im Salon am Moritzplatz präsentiert. 

Die Bilder entstanden unter anderem in den Überschwemmungsgebieten des Amazonas in Brasilien oder dem Hochandengebiet in denen die Flüsse entstehen, die in diese Gebiete des Amazonas laufen. Dort herrschen perfekte Bedingungen für außergewöhnliche Pflanzen und Blumen, die zwei bis drei Meter groß werden können. “Wer dort wandert, kommt sich vor wie auf einem fremden Planeten”, erzählt Hofreiter. Als er dort während seiner Forschungsreise als Biologe diese ungewöhnliche Umgebung erkundete, ließ er sich für einige der ausgestellten Bilder inspirieren.

Simons nutze die Mittel die der Regenwald ihr gab als sie auf Forschungsstation im Amazonas war. Sie sammelte Blättern vom Boden, die von Ameisen und anderen Mikroorganismen durchlöchert waren und nutze diese als Schablonen für ihre Aquarelle. Im Amazonasgebiet zu fotografieren war jedoch sehr anspruchsvoll. “Wegen der hohen Luftfeuchtigkeit, die jede Kamera ruiniert”, sagt sie. Als sie 2013 und 2016 in dem Überschwemmungsgebiet fotografierte nutzte sie dafür eine alte Nikon F2 mit einem Polaroid Film.

Luzia Simons Aquarell 32
© Luzia Simons, Aquarell 32
Luzia.Simons Landschaft 01 2013 844x577 1AP5 DyeTransfer Perlmuttpigment Aludibond framed
© Luzia Simons, Landschaft 01.2013

Neben den exotischen Amazonaspflanzen, wie den Orchideen spielen auch Tulpen eine wichtige Rolle in dieser Ausstellung. Anton Hofreiter findet sie faszinierend, weil diese eigentlich wilde Blume ursprünglich aus Mittel-/Zentralasien kommt und es sie nun hier bei uns in gigantischer gezüchteter Vielfalt gibt. Erst im 17. Jahrhundert kamen die Blumen nach Amsterdam und heute werden sie eher mit Holland in Verbindung gebracht als mit der Türkei. Für Luzia Simons stehen sie deshalb besonders für die Gemeinsamkeiten zwischen dem Orient und dem Okzident. Schon in den 90ern experimentierte sie mit Tulpen und legte sie in einen Scanner. Damals noch eher ungewöhnlich, besonders von einer Frau, jedoch fanden sie für Simons nach dem 11. September 2001 wieder an größerer Bedeutung. 

Stockage 76 2009 3Parts 300x441cm 2AP3 Lightjet Diasec © Luzia Simons
© Luiza Simonz, Serie Stockage, Scannogramm

Die Werke von Anton Hofreiter und Luzia Simons fokussieren sich zwar nur auf einen Ausschnitt in der Natur, sollen jedoch den Blick auf das Große-Ganze ermöglichen, schreibt Michael Biedowicz, der Gründer der pavlov’s dog gallery. Es solle der Zusammenhang von Prozessen in der Natur und deren Ökosysteme deutlich gemacht und dabei klargestellt werden, dass das Eingreifen des Menschen in diese Prozesse eine Gefahr darstellt. Auch Simons betont ihre reisen in den Amazonas und die damit verbundene Angst und der Respekt gegenüber der Natur habe sie nachhaltig verändert. “Man muss im Urwald bei jedem Schritt aufpassen – Ein Ort den wir verlieren werden.” – Luiza Simons