„Genesis“ von Sebastião Salgado

(c)Sebastião Salgado. Genesis

Wenn die Natur spricht.

Es ist wohl das „Opus Magnum“ von Sebastião Salgado. Das große Werk, das Buch mit dem Anspruch, etwas Besonderes, etwas sehr Besonderes zu sein. Und diese Größe trägt es schon im Titel. Wer sein Buch „Genesis“ nennt, der sollte etwas zu sagen haben.

Tatsächlich ist das monumentale Werk – wie sollte es bei Salgado anders sein – perfekt fotografiert. Der Stil des 1944 im brasilianischen Aimorés geborenen Fotografen ist nicht neu. Doch neu ist sein Thema: Die letzten Paradiese zeigt er in dem Buch, das in verschiedenen Varianten und Limitierungen (teilweise auch mit signierten Originalabzügen) erscheint:

Orte an den Rändern der zivilisierten Welt. Verlassene Orte. Orte, die noch kein Fotograf in Bilder gegossen hat. „In Genesis sprach die Natur durch meine Kamera zu mir. Und ich durfte zuhören”, sagt der brasilianische Fotograf über sein Buch.

Doch lassen uns diese Bilder so erzittern wie seine „Workers“? Wie die Serie „Migrations“? Salgado war vielleicht einzigartiger, menschlicher, als er seinen starken Stil-Willen in den Dienst einer konkret politischen, sozialen Fotografie stellte. Nun zeigt er uns die Schönheit der Welt, die Reste unberührter Natur, die er auf über 30 Reisen in acht Jahren fotografiert hat. Er mahnt an, dass die Menschen die Beziehung zur Natur verloren hätten, ihr Gleichgewicht auch.

(c)Sebastião Salgado. Genesis

Ist es ein Widerspruch, eine ursprüngliche Welt herbei zu sehen – und Bücher im XXL-Format zu produzieren (Gesamtgewicht der Collector’s Edition ist beinahe 60 Kilo), für die der Buchständer eigens von Tadao Ando entworfen wurde? „Genesis“ ist ein schweres Buch, das viele Fragen stellt, aber auch ein Buch, das in seiner Bildgewalt überzeugt. Salgado ist bis heute einer der besten Schwarzweißfotografen der Welt, der es wie kaum ein anderer versteht, mit Schattierungen, Grauabstufungen und Hell-Dunkel-Kontrasten zu faszinieren.

Geprägt durch Salgados Kindheit auf einer Farm in Brasilien, ist „Genesis“ auch ein Buch, das aufrütteln will, das deutlich machen will, wie verwundbar unsere Natur ist. In diesem Buch zeigt Salgado Wüsten, Meere, Urwälder, aber auch Menschen und Tiere, die von der modernen Zivilisation unberührt geblieben sind – ein Vermächtnis für zukünftige Generationen.

„Wir müssen das Bestehende bewahren“, resümiert Salgado. Auf den Galapagos-Inseln hat er fotografiert, in der Antarktis, im Südatlantik, im brasilianischen Urwald, in Patagonien, Botswana, Madagaskar oder Sumatra. Rund um den Globus ist er gereist, um seine „Liebeserklärung an unseren Planeten“ zu fotografieren. Ein mächtiges, episches Werk mit über 528 Abbildungen, das in der Darstellung ursprünglicher Landschaften überwältigt. „Ich wollte, dass alle sehen können, wie wunderschön die Erde ist“, sagt der heute in Paris lebende Sebastião Salgado.

Natürlich ist Brasilien besonders präsent in diesem Buch. Salgado hat etwa das isoliert lebenden Volk der Zo’é im Dschungel Brasiliens fotografiert – Kritiker werfen ihm vor, gerade die Bilder der Naturvölker würden deren Leben romantisieren. In seiner Heimat, in Aimorés im Bundesstaat Minas Gerais, hat er das „Instituto Terra“ gegründet – eine Nichtregierungsorganisation zur Aufforstung und Aufklärung über Natur und Umwelt. Inzwischen hat die Organisation 2 Millionen Bäume gepflanzt.
(c) Marc Peschke

 

Anbei die bibliographischen Angaben zum Titel:

TASCHEN
Sebastião Salgado. Genesis
Lélia Wanick Salgado

Hardcover mit 17 Ausklappern
520 Seiten
€ 49,99

Collector’s Edition

Hardcover, 2 Bände mit einem vom Tadao Ando entworfenen Buchständer aus Kirschbaumholz
Diese Collector’s Edition ist auf 2500 Exemplare limitiert

704 Seiten
€ 2.500,00
Auch erhältlich 5 Art Editions, auf jeweils 100 Exemplare limitiert, mit je einer signierten Schwarz-Weiß-Fotografie
Hardcover, 2 Bände vollständig in Leder gebunden mit einem vom Tadao Ando entworfenen Buchständer aus Kirschbaumholz
Jedes Set wird mit einem signierten und nummerierten Silbergelatine-Print geliefert
Subskriptionspreis bis zum 15. Juni 2013: € 7500 Euro

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