Watched! – C/O BERLIN

Watched! Surveillance, Art & Photography
Überwachung & Fotografie
Eröffnung Freitag: 17. Februar 2017 um 19 Uhr.

Adam Broomberg & Oliver Chanarin » Viktoria Binschtok » James Bridle » Paolo Cirio » Hassan Elahi » Jill Magid » Trevor Paglen » Julian Röder » Ann-Sofi Sidén » Hito Steyerl » Ai Weiwei » & others

C/O Berlin

www.co-berlin.org

Adam Broomberg & Oliver Chanarin: The Painter‘s Wife, 2013, from Spirit is a Bone © Adam Broomberg & Oliver Chanari

 

Ausstellung: 18. Februar bis 23. April 2017
Eröffnung: Freitag, 17. Februar, 19 Uhr

Überwachung total? Videokameras in Banken, Kaufhäusern und an öffentlichen Plätzen, von Algorithmen gesteuerte Werbung und persistente Cookies im Internet, staatliche Vorratsdatenspeicherung und private Cloud-Speicherdienste – im Alltag sind permanente Beobachtung und Data Sharing heute selbstverständlich. Tagtäglich nutzen wir Dienste wie Google Maps, schauen uns Live-Streams an und begeistern uns über Health-Apps und ungeahnte Möglichkeiten der Selbstkontrolle. Wir verfolgen unsere Freunde und wildfremde Menschen auf Facebook, Twitter und Instagram und werden selbst kontinuierlich getrackt. Wir pro tieren von den neuen digitalen Techniken und Angeboten und sind dafür bereit, unser Privatleben immer öffentlicher werden zu lassen. Überwachung und Big Data sind längst zu einem großen gesellschaftlichen Thema geworden.

Überwachung beschränkt sich heute nicht auf visuelle Kontrolle, dennoch muss das fotografische Moment thematisiert werden, um zu verstehen, wie Überwachung funktioniert. Unsere gesamte Existenz wird aktuell in nie dagewesenem Maße fotografiert und visualisiert. Das wirft neue Fragen nach freiwilliger und unfreiwilliger Sichtbarkeit auf, aber auch fotohistorische Fragen nach dem Beobachten und beobachtet werden. In der Ausstellung Watched! Surveillance Art & Photography werden die komplexen Zusammenhänge moderner Überwachung daher mit einem besonderen Augenmerk auf die Fotogra e und visuelle Medien beleuchtet. Von staatlich und behördlich genutzten Technologien bis hin zu alltäglichen Überwachungs- praktiken, die vor allem in den sozialen Medien zu einem festen Bestandteil unseres Lebens geworden sind. Die Frage ist: Wie können zeitgenössische Kunst und Medientheorie zu einem besseren Verständnis unserer modernen Überwachungsgesellschaft beitragen?

Die Arbeiten von rund 20 internationalen Künstlern in der Berliner Ausstellung zeigen unterschiedliche Kommentare und Reaktionen auf eben diese Frage. Dabei werden sowohl junge aufstrebende künstlerische Positionen wie zum Beispiel von Julian Röder, Viktoria Binschtok oder Esther Hovers mit international anerkannten Positionen von Hito Steyerl, Trevor Paglen, Jill Magid, Hasan Elahi, Paolo Cirio, Adam Broomberg & Oliver Chanarin, James Bridle oder Ai Wei Wei kombiniert, um ein möglichst großes Spektrum der Herangehensweisen aufzuzeigen. Die Künstler bedienen sich Techniken wie Videoüberwachung, Gesichtserkennung, Google Street View, digitaler Selbstvermessung und virtueller Animation. Sie hinterfragen das Bedürfnis nach Sicherheit, das als Argument für eine zunehmende Überwachung dient und dabei oftmals Aspekte wie diskriminierende Kontrolle oder Kriminalisierung außen vor lässt. Der Betrachter ist eingeladen, darüber nachzudenken, wie wir in einer Gesellschaft mit vielfältigen Überwachungsnetzwerken leben können, ohne zu jenen Ungleichheiten beizutragen, die Überwachung schafft.

Julian Röder: High Performance Camera - MX 15 and Frequency Modulated Continuous Wave Radar, 2013 from Mission and Task 2012-13 © Julian Röder

 

Die Ausstellung ist ein Kooperationsprojekt der Hasselblad Foundation, der Valand Academy, der Kunsthal Aarhus und C/O Berlin. Sie wurde kuratiert von Louise Wolthers und Dragana Vujanovic (Hasselblad Foundation), Niclas &Öuml;stlind (Valand Academy) sowie Ann-Christin Bertrand (C/O Berlin). Sie ist Teil eines von der Hasselblad Foundation initiierten Projekts zu Überwachung, Kunst und Fotografie in Europa nach der Jahrhundertwende.

Die begleitende Publikation, erschienen in der Verlagsbuchhandlung Walther König, enthält Kunstwerke von vierzig Künstlern, daneben Aufsätze von zahlreichen Wissenschaftlern und wurde erst im November vom Time Magazine in der Kategorie “Best Photobooks of 2016″ ausgezeichnet. Watched! Surveillance Art & Photography, 2016, 296 Seiten, 38 Euro.

Die Realisierung der Ausstellung in Berlin wird aus Mitteln des Hauptstadtkulturfonds ermöglicht. Im Rahmen ihrer häuserübergreifenden Kooperation präsentieren C/O Berlin und das Museum für Fotografie ab Februar 2017 drei inhaltlich aufeinander abgestimmte Ausstellungen zum Thema Überwachung und Fotografie mit aktuellen und historischen künstlerischen Positionen.

FRANKFURTER KUNSTVEREIN

Trevor Paglen »

The Octopus

20 JUN – 30 AUG 2015

Fri 19 Jun

FRANKFURTER KUNSTVEREIN
Markt 44
60311 Frankfurt (Main)
post@fkv.de
www.fkv.de
Tue-Fri 11-19, Thu 11-21, Sat/Sun 10-19

 

 

The Octopus

 

 

 

 

Trevor Paglen: They Watch the Moon, 2010
© the artist, Courtesy Galerie Thomas Zander, Köln

The Octopus

Trevor Paglen: KEYHOLE 12-3 (IMPROVED CRYSTAL) Optical Reconnaissance Satellite Near Scorpio (USA 129), 2007
© the artist, Courtesy Privatsammlung Dreieich

Trevor Paglen
“The Octopus”

Exhibition: June 20 – August 30, 2015
Opening: June 19, 7 pm (as part of the opening of the RAY 2015 Triennial)
8.30 pm at Frankfurter Kunstverein: Trevor Paglen will announce the winner of the Eagle-Eye Photo Contest

The Frankfurter Kunstverein presents a comprehensive exhibition of work by American artist Trevor Paglen (born 1974 in Maryland, USA) entitled “The Octopus”, which deals with topics such as surveillance and political influence. On view are photos of landscapes in the era of big data, image series of military places and secret surveillance techniques, video works along with extensive materials and documents from Paglen’s investigatory research practice. The sculpture “Autonomy Cube”, an open Wi-Fi hotspot, illustrates together with “Eagle-Eye Photo Contest: Landscapes of Surveillance,” a photo competition created for the exhibition and open to the public, Paglen’s new artistic approach: he would like his work to trigger actions that have an influence on society and that reach out beyond the institutional spaces of art into the real world. The photographs of the contest will be presented in the exhibition.

Ever since the revelations of Edward Snowden initiated the NSA scandal in June 2013 and brought the subject of surveillance through private data storage into the forefront of the minds of many citizens, Trevor Paglen has been investigating this issue for more than a decade already. A researcher and cinematographer in the team for the 2015 Oscar-winning documentary “Citizenfour” about the Snowden affair directed by Laura Poitras, the artist photographs secret locations of the NSA and CIA, covert military bases, supply routes to secret prisons or hidden listening stations, and trajectories of secret surveillance satellites and drones. Paglen works like an investigative journalist: through lengthy research, in collaboration with activists, scientists, programmers, amateur astronomers and technicians, he is able to track down and make visible state-ordered and undemocratically legitimized monitoring and surveillance. The geography graduate attempts to capture the technology and infrastructure needed for monitoring and surveillance such as satellites or drones for the first time ever in an image. Through his work he demonstrates that the secrets are not invisible, but rather constitute an organizational form. His political work leads to an artistic work, which brings the focus on a new way of seeing.

Within an extensive accompanying program of panel talks, expert presentations, excursions and guided tours, with central contributions from the Cluster of Excellence “Normative Orders”, the topics of the exhibition will be discussed in a broader manner.

On June 21, 2015 at Frankfurter Kunstverein, Trevor Paglen will receive the German Photographic Association’s (DGPh) cultural prize for his work.

The exhibition is taking place within the RAY 2015 Photography Projects Frankfurt Rhine/Main and is also a collaboration with the Cluster of Excellence “The Formation of Normative Orders” at the Goethe-Universität Frankfurt am Main. The media partner of the exhibition is the Journal Frankfurt.

The Octopus

Trevor Paglen: Large Hangars and Fuel Storage; Tonopah Test Range, NV Distance ~ 18 miles; 10:44 a.m., 2005
© the artist, Courtesy Galerie Thomas Zander, Köln

Trevor Paglen
“The Octopus”

Ausstellung: 20. Juni bis 30. August 2015
Eröffnung: Freitag, 19. Juni, 19 Uhr (im Rahmen der Eröffnung der Triennale RAY 2015)
20.30 Uhr: Trevor Paglen gibt den Preisträger des Eagle-Eye Photo Contest bekannt

Der Frankfurter Kunstverein zeigt eine umfassende Werkschau des US-amerikanischen Künstlers Trevor Paglen (geb. 1974 in Maryland, USA), die sich unter dem Titel “The Octopus” mit Themen wie Überwachung und politische Einflussnahme beschäftigt. Zu sehen sind farbgewaltige Landschaftsbilder im Zeitalter von Big Data, Bilderserien von militärischen Orten und geheimen Überwachungstechniken sowie Videoarbeiten zusammen mit weitreichenden Materialien und Dokumenten aus Paglens Recherche- und Forschungspraxis. Die Skulptur “Autonomy Cube”, ein offener WiFi Hot Spot, verdeutlicht gemeinsam mit seinem neuen partizipativen Werk, dem im Vorfeld der Ausstellung ausgelobten Fotowettbewerb “Eagle-Eye Photo Contest: Landschaften der Überwachung”, den neuen künstlerischen Ansatz Paglens: Er möchte mit seiner Arbeit Aktionen anstoßen, die einen Einfluss auf die Gesellschaft nehmen und aus den institutionellen Räumen der Kunst in die reale Welt hinausreichen. Die eingereichten Fotografien des Wettbewerbs werden in der Ausstellung präsentiert.

Rückte der im Juni 2013 durch Enthüllungen Edward Snowdens ausgelöste NSA-Skandal das Thema der Überwachung durch anlassloses Speichern von privaten Daten überhaupt erst ins Bewusstsein vieler Bürger, setzt sich Trevor Paglen bereits seit über einem Jahrzehnt mit dieser Thematik auseinander. Der 2015 als Rechercheur und Kameramann im Team um den Dokumentarfilm “Citizenfour” der Regisseurin Laura Poitras über die Snowden-Affäre mit einem Oscar ausgezeichnete Künstler, fotografiert geheime Standorte der NSA und CIA, verborgene Militärbasen und Transportwege zu Geheimgefängnissen oder versteckte Abhörstationen und Flugbahnen geheimer Überwachungssatelliten und Drohnen. Paglen arbeitet dabei wie ein investigativer Journalist: durch langwierige Recherchen, in Zusammenarbeit mit Aktivisten, Wissenschaftlern, Programmierern, Amateurastronomen und Technikern gelingt es ihm, staatlich angeordnete und nicht demokratisch legitimierte Kontrolle und Überwachung aufzuspüren und sichtbar zu machen. Der studierte Geograf unternimmt den Versuch, die notwendige Technik und Infrastruktur für Kontrolle und Überwachung wie Satelliten oder Drohnen oftmals zum ersten Mal überhaupt in einem Bild fest zu halten. Durch sein umfangreiches Werk macht der Künstler deutlich, das Geheimnisse nicht unsichtbar sind, sondern vielmehr eine Organisationsform darstellen. Seine politische Arbeit mündet in einem künstlerischen Werk, durch das eine neue Art des Sehens thematisiert wird.

Im Rahmen eines umfangreichen Begleitprogramms aus Podiumsgespräch, Expertenvorträgen und Führungen, mit zentralen Beiträgen des Exzellenzclusters “Die Herausbildung normativer Ordnungen”, werden die Themen der Ausstellung diskutiert und vertieft.

Trevor Paglen bekommt am 21. Juni 2015 im Frankfurter Kunstverein den Kulturpreis der Deutschen Gesellschaft für Photographie (DGPh) verliehen.

Die Ausstellung findet im Rahmen der RAY 2015 Fotografieprojekte Frankfurt Rhein/Main statt und ist zudem eine Kooperation mit dem Exzellenzcluster “Die Herausbildung normativer Ordnungen” der Goethe-Universität Frankfurt am Main. Medienpartner der Ausstellung ist das Journal Frankfurt.

The Octopus

Trevor Paglen und/and Jacob Appelbaum, Autonomy Cube, 2014
Courtesy the Artist und/and Altman Siegel, San Francisco; Metro Pictures, New York; Galerie Thomas Zander, Cologne

 

 

 

 

 

 

 

 

 

DGPh Kulturpreis 2015

Die Deutsche Gesellschaft für Photographie (DGPh) zeichnet mit dem US-Amerikaner Trevor Paglen » einen investigativ arbeitenden zeitgenössischen Photokünstler mit dem Kulturpreis aus. Als Grenzgänger zwischen Kunst und Politik zeigt er Strukturen und Systeme der Überwachung, politischen Einflussnahme und Gewaltausübung von Großmächten auf. Die Verleihung des Kulturpreises 2015 findet am 21. Juni im Frankfurter Kunstverein statt, der dem Künstler im Rahmen der Trienale „RAY Fotografieprojekte Frankfurt/RheinMain“ die monographische Ausstellung „Trevor Paglen: Octopus“ widmet.

Four Geostationary Satellites Above the Sierra Nevada, 2007 © Trevor Pageln, courtesy Galerie Thomas Zander, Köln / Altman Siegel Gallery, San Francisco / Metro Pictures, New York

www.dgph.de/

Weitere Informationen zu Trevor Paglen unter www.paglen.com und unter www.galeriezander.com
Informationen zum Frankfurter Kunstverein unter www.fkv.de
Informationen zu Ray 2015 unter  www.ray2015.de