ART FOYER DZ BANK

 

Die aktuelle Ausstellung der DZ BANK Kunstsammlung “Déjà-vu in der Fotokunst”

Ausstellung: 15. September bis 21. November 2015
Eröffnung: Montag, 14. September, 19 Uhr

 

 

Déjà-vu in der Fotokunst
Claudia Angelmaier
Drei Lindenbäume, 2004

 

 

 

Déjà-vu in der Fotokunst

Claudia Angelmaier » Johannes Brus » Victor Burgin » Jose Dávila » Elger Esser »Christiane Feser » Günther Förg » Beate Gütschow » Axel Hütte » Delia Keller »Annette Kelm » Gerd Kittel » Louise Lawler » Sherrie Levine » Timm Rautert » Evelyn Richter » Georges Rousse » Andres Serrano »

Platz der Republik
60265 Frankfurt (Main)

069-7447 99144

kunst@dzbank.de
www.dzbank-kunstsammlung.de

Tue-Sat 11-19

Déjà-vu in der Fotokunst
Timm Rautert
New York (Wellington Hotel), 1969
Aus der Serie: New York

“Déjà-vu in der Fotokunst”

Ausstellung: 15. September bis 21. November 2015
Eröffnung: Montag, 14. September, 19 Uhr

Die aktuelle Ausstellung der DZ BANK Kunstsammlung “Déjà-vu in der Fotokunst” zeigt rund 50 Arbeiten von 18 zeitgenössischen Fotokünstlern aus fünf Ländern, die sich motivisch oder inhaltlich auf bekannte Bilder der Kunstgeschichte beziehen. Weiterlesen

DIE IDEE DER LANDSCHAFT

Die DZ BANK Kunstsammlung zeigt die zeitgenössische Auseinandersetzung internationaler Fotokünstler mit dem Motiv der Landschaft

Elger Esser_Ninfa-Euneika

Landschaft entsteht im Kopf. Beim Betrachten von Landschaftsbildern werden individuelle Erinnerungen an Landschaft oder auch kollektiv abgespeicherte Landschaftsvorstellungen abgerufen: Bergmassive und sanfte Hügel, Flüsse und Meer, Wolkenformationen und Bäume.

In der aktuellen Ausstellung der DZ BANK Kunstsammlung „Die Idee der Landschaft“, die vom 26. Juni bis 5. September 2015 im Rahmen von RAY 2015 im ART FOYER gezeigt wird, geht es nicht um die reale Abbildung der Natur, sondern um die Verbildlichung von Gedankenwelten und eine Wirklichkeit, die durch artifizielle Mittel geschaffen wird.

Landschaft ist in den rund 80 Arbeiten von 18 zeitgenössischen Fotokünstlern aus acht Ländern zwar stets Referent des fotografischen Prozesses, doch das bildnerische Ergebnis lässt den vermeintlichen Realitätsbezug der Fotografie hinter sich und verweist darauf, dass jede Abbildung der Realität Abstraktion und Interpretation derselben ist.

Zu sehen sind im ART FOYER Arbeiten von Künstlern der Sammlung sowie Neuerwerbungen von David Armstrong, Olivo Barbieri, Lothar Baumgarten, Caroline Dlugos, Elger Esser, Luigi Ghirri, Rodney Graham, Beate Gütschow, Dan Holdsworth, Andrej Krementschouk, Andreas Mühe, Simone Nieweg, Detlef Orlopp, Jorma Puranen, Heinrich Riebesehl, Adrian Sauer, Stephan Schenk und Anna Vogel.

Das Triptychon „La Gran Sabana” von Lothar Baumgarten (*1944 in Rheinsberg) zeigt die wilde Landschaft der Jahrmillionen alten Hochfläche in Venezuela mit einem tafelförmigen Bergmassiv im Zentrum. Entscheidend für die Arbeiten des Beuys-Schülers und viermaligen Documenta-Teilnehmers sind die diskursive Einlassung auf einen Ort und der Bezug auf dessen Ethnologie.

Wie gemalt wirkt die direkt auf Aluminium gedruckte und mit Shellack versiegelte Fotografie der historischen Gartenanlage von Ninfa. Der in Rom aufgewachsenen Becher-Schüler Elger Esser (*1967 in Stuttgart) beschwört die mythische Szenerie der Nymphen herauf, jenen Flussgottheiten aus der griechischen Mythologie, denen die ursprüngliche Tempelanlage gewidmet war.

Rodney Graham (*1949 in Matsqui/British Columbia) hat seine Arbeiten von auf den Kopf gestellten Eichen wie Auftragsporträts von einem Fotografen anfertigen lassen. Eigenschaften wie Verwurzelung, Standhaftigkeit, Unerschütterlichkeit, die der Mensch der Eiche zuschreibt, werden von Graham sinnbildlich auf den Kopf gestellt. Mit der Ähnlichkeit der Äste und seiner Wurzeln verweist der Künstler auch darauf, dass es Eindeutigkeiten der Wahrnehmung nicht gibt.

Die Bilder, die Beate Gütschow (*1970 in Mainz) konstruiert, wirken wie Landschaftsmalerei des 17. und 18. Jahrhunderts. Tatsächlich sind die den idealen Landschaften nachempfundenen Kompositionen aus bis zu hundert Einzelaufnahmen am Computer entstanden. „Sampling” nennt Gütschow ihr Verfahren analog zum Zusammenmischen musikalischer Versatzstücke, mit dem sie die Authentizität fotografischer Reproduktionen hinterfragt.

Detlef Orlopp (*1937 in Elbing/Westpreußen) verwandelt die Oberflächen von Landschaft in reduzierte, aber keineswegs abstrakte Bilder. Seine Fotografien stellen den Betrachter vor die Frage, was genau man eigentlich sieht. Wasser, Gletscher oder Gestein? Die gewohnte Wahrnehmung, die neue Bilder inneren Bildermodellen zuordnet, funktioniert hier nicht mehr.

Die konzeptuellen Fotoarbeiten von Adrian Sauer (*1976 in Berlin) analysieren die Fotografie des digitalen Zeitalters. Der Meisterschüler von Timm Rautert erforscht dabei mit besonderer Raffinesse alle Aspekte, Verwertungs- und Herstellungsweisen des digitalen Bildes.

Der in der Schweiz lebende Stephan Schenk (*1962 in Stuttgart) dokumentiert in seinen Arbeiten die Schlachtfelder des Ersten Weltkriegs. Seine Arbeiten zeigen in wörtlichem Sinne in der Größe eines Soldatengrabes einen kleinen Ausschnitt des Bodens. Der fragmentarische Blick und die Vogelperspektive lassen die Aufnahmen abstrakt wirken und erzeugen zugleich eine starke physische Präsenz. Diese Präsenz wird zusätzlich dadurch verstärkt, dass die Aufnahmen zu monumentalen Tapisserien verwoben sind.

Anna Vogel (*1981 in Herdecke), Meisterschülerin von Andreas Gursky, collagiert am Computer eigene Fotoaufnahmen oder im Internet Gefundenes. Diese übermalt sie digital, schneidet Aussparungen und Linien hinein, retuschiert sie oder arrangiert sie neu. Die Landschaften kommen einem irgendwie vertraut vor, aber gleichzeitig irritieren sie durch fast surrealistische Mittel.

DZ BANK Kunstsammlung

Im ART FOYER zeigt die DZ BANK Kunstsammlung in Frankfurt am Main auf rund 300 qm Ausstellungsfläche vier wechselnde Ausstellungen im Jahr. Die Sammlung des Spitzeninstituts der Volksbanken Raiffeisenbanken umfasst mehr als 7000 Werke von rund 800 Künstlern und widmet sich dem fotografischen Bild in der internationalen, zeitgenössischen Kunst.

Die Idee der Landschaft

26. Juni bis 5. September 2015

Bilder über die gewesene Wirklichkeit

JÖRG SASSE: ARBEITEN AM BILD
Die DZ BANK Kunstsammlung widmet dem Fotokünstler eine Einzelausstellung

Wirklichkeit, Fotografie und Manipulation – “Was mich interessiert”, sagt Jörg Sasse, “ist der Punkt, an dem das autonome Bild an der Wand mit dem Verweis auf die gewesene Wirklichkeit trifft. Der Punkt, an dem man meint, etwas erkannt zu haben, das sich im nächsten Moment jedoch wieder entzieht.” In seinen Arbeiten hinterfragt der Künstler immer wieder das Verhältnis zwischen Wirklichkeit und Fotografie, die Manipulierbarkeit derselben sowie die Wahrnehmung des fotografischen Bildes.

Jörg Sasse 3570, 2010, (c) VG BILD-KUNST Bonn, 2013

Seit Beginn der 90er Jahre dienen auch vorgefundene Amateurfotografien aus Nachlässen und von Flohmärkten als Ausgangpunkt für seine Arbeit am Bild. Analoge wie auch digitale Vorlagen, die aus allen Lebensbereiche stammen, werden am Computer bearbeitet. Sasse vollzieht damit durch unterschiedliche Eingriffe, von simpel bis komplex, eine Aneignung des Ausgangsmaterials. Dies kann durch die Wahl des Ausschnitts, neue oder veränderte Farbigkeit, das Schärfen oder Verunschärfen partieller Bildbereiche ebenso geschehen wie durch komplettes Herausarbeiten nicht benötigter Bildelemente, deren verbleibende Leerstellen dann wieder von Sasse neu gefüllt werden. Dabei entstehen autonome Bilder, die in ihrer Verbindung von Malerei und Fotografie, Abstraktion und Gegenständlichkeit Irritationen hervorrufen und mit Erinnerungen und Wahrnehmungsgewohnheiten spielen.

Jörg Sasse 7515, 1995, (c) VG BILD-KUNST Bonn, 2013 JPG | 999 KB

Eine starke formale Bestimmtheit der neu entstandenen Bilder steht dem ursprünglich Abgebildeten eigenständig gegenüber. Die visuelle Erwartungshaltung des Betrachters bricht sich an den Bildern Sasses, die sich einer gewohnten Zuordnung in Sehmustern entziehen. Einem verbalen Verständnis der hier beschriebenen „Tableaus“ helfen auch ihre Titel nicht weiter: sie bestehen aus zufällig generierten vierstelligen Zahlenfolgen.

 

Jörg Sasse 4251, 1994, (c) VG BILD-KUNST Bonn, 2013

Urlaubsfotos als Kunstwerk – 1995 hat Jörg Sasse auf Einladung der DZ BANK ein Kunstprojekt mit Mitarbeitern durchgeführt. Er bat sie um private Urlaubfotos, von denen er eine Auswahl digital bearbeitete und damit eigenständige künstlerische Bilder schuf. „Ich war damals ohnehin auf der Suche nach Fotografien, die ich für meine Arbeit verwenden könnte“, erläutert Jörg Sasse das Projekt. „Da kamen mir die Urlaubsfotos der Mitarbeiter gerade recht.“ Dreiviertel der 17 Fotografien, die im Rahmen des Mitarbeiterprojekts entstanden sind, nahmen als eigenständige Arbeiten Einzug in das Werk des Künstlers.

 

JÖRG SASSE: ARBEITEN AM BILD

30. August bis 9. November 2013

ART FOYER der DZ BANK

Eingang: Cityhaus I, Friedrich-Ebert-Anlage

Platz der Republik, 60265 Frankfurt (Main)

www.dzbank-kunstsammlung.de

Di-Sa 11-19 Uhr

Weiterlesen